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Datum: 04.04.2025

Gesundes Betriebsklima ist der Schlüssel zum Erfolg

Landrat vor Ort in Birkenwerder: Alexander Tönnies besucht die EltAV Elektro-Anlagenbau und Vertriebs-GmbH sowie die Merkel Tiefbau GmbH

Welche Perspektiven, aber auch welche Herausforderungen sehen Oberhavels Unternehmerinnen und Unternehmer für die Zukunft ihrer Betriebe? Alexander Tönnies spricht in der Reihe „Landrat vor Ort“ regelmäßig mit Menschen aus der Wirtschaft. Jetzt war der Verwaltungschef in Birkenwerder zu Gast. Gemeinsam mit WInTO-Geschäftsführerin Claudia Flick und Birkenwerders Bürgermeister Stephan Zimniok besuchte Alexander Tönnies die EltAV Elektro-Anlagenbau und Vertriebs-GmbH sowie die Merkel-Tiefbau GmbH. „Die beiden Firmen sind nicht nur auf demselben Gelände ansässig, sondern teilen auch die ständige Sorge um fehlende Fachkräfte und wachsende behördliche Auflagen. Dennoch führen die EltAV-Chefs Frank Heidrich und Dirk Döring sowie Maximilian Merkel ihre Firmen mit viel Herzblut und repräsentieren den Unternehmergeist Oberhavels, in dem sie gute Bedingungen für ihre Beschäftigten in den Fokus rücken“, sagte der Landrat nach den Gesprächen. „Sie haben sehr deutlich gemacht, wie wichtig ihnen die Menschen sind, die für sie arbeiten.“

EltAV: Birkenwerderaner Elektrohandwerk mit Tradition

Dirk Döring (links), Frank Heidrich und Oliver Peters (von rechts) im Gespräch mit Claudia Flick, Landrat Alexander Tönnies und Stephan Zimniok.

© Landkreis Oberhavel/Mandy Oys


Die mehr als 50-jährige Firmengeschichte ist im Treppenhaus von EltAV verewigt. Fotos zeigen unter anderem das ehemalige Gesellschaftshaus an der Birkenwerder Hauptstraße, das zur Firmenzentrale umgebaut wurde. Das Unternehmen ging aus der ehemaligen PGH Elektro hervor, die 1972 gegründet wurde. Frank Heidrich und Dirk Döring, kaufmännischer und technischer Geschäftsführer, übernahmen das Unternehmen vor fast 25 Jahren. Der Spezialist für Elektroinstallationen beschäftigt heute 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihnen zur Seite steht Oliver Peters für die Projektentwicklung. Wenn es um die Anwerbung junger Menschen für EltAV geht, sind sich alle drei einig: Es müsse immer die Gelegenheit geben, eine Branche kennenzulernen, um sich für eine Ausbildung zu entscheiden. Oliver Peters engagiert sich deshalb auch ganz besonders für die Ausbildungsmesse youlab, die am 9. April wieder in Oranienburg stattfindet. Als youlab-Beiratsvorsitzender weiß er von den Wünschen und Herausforderungen, denen sich Ausbildungsbetriebe und künftige Azubis stellen müssen.

Dass es auf eine gerechte Bezahlung ankommt, auf Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dessen ist sich Geschäftsführer Frank Heidrich sehr bewusst. „Als Innungsmitglied setzen wir die Lohnentwicklung um und legen auch noch etwas drauf, denn gut ausgebildete Leute haben mehr als den Mindestlohn im Elektrohandwerk verdient“, sagt Heidrich. Als Mitglied der Tarifkommission Berlin/Brandenburg gibt er aber auch zu bedenken, dass mit steigenden Mindestlöhnen nicht nur die Entgelte steigen, sondern auch die Preise. Diese Spirale müsse immer mitbedacht werden.

163 Menschen hat EltAV in seiner Firmengeschichte ausgebildet, 76 allein in der Nachwendezeit. Als klassischer Ausbildungsbetrieb wissen die Geschäftsführer, wie wichtig eine gute Lehre ist – „für die Zukunft der Beschäftigten und für das Unternehmen selbst“, sagt Oliver Peters.

Merkel-Tiefbau: Spezialist im Rohrleitungsbau

WInTO-Geschäftsführerin Claudia Flick und Landrat Alexander Tönnies mit Merkel-Tiefbau-Chef Maximilan Merkel, seiner Frau Susan und Birkenwerders Bürgermeister Stephan Zimniok.

© Landkreis Oberhavel/Mandy Oys


Ein gutes Betriebsklima ist Grundpfeiler des Erfolgs, dessen ist man sich auch nebenan bei Merkel-Tiefbau bewusst. „Bei uns sind Mitarbeiter keine Nummer wie in Großunternehmen“, sagt Merkel-Tiefbau-Chef Maximilian Merkel. Er ist seit 13 Jahren im Familienunternehmen beschäftigt und hat die Geschäftsführung vor drei Jahren komplett von seinem Vater, Firmengründer Bernd Merkel, übernommen. Nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sucht der Firmenchef wie andere regionale Betriebe ständig. „Die Auftragslage ist gut, die Zahl der Anfragen immer noch steigend.“ Bis zu 25 Leute beschäftigt der 36-Jährige. Zwei Azubis lernen aktuell im Familienbetrieb. Weiter wachsen soll sein Unternehmen aber nicht. „Denn flache Hierarchien funktionieren“, sagt Maximilian Merkel. „Ein Miteinander auf Augenhöhe“ möchte er beibehalten, das funktioniere aber nur in einem überschaubaren Betrieb wie seinem.

Merkel-Tiefbau ist auf den Rohrleitungs-, Straßen- und Wegebau spezialisiert und kümmert sich auch um Erdarbeiten für neue Infrastruktur. Grundstock in den Auftragsbüchern sind die Verlegungen von Trink- und Abwasserleitungen. Für Birkenwerder kümmert sich Merkel-Tiefbau um die kommunale Infrastruktur. Sind Schadstellen zu beseitigen, Gehwegplatten zu richten, dann erledigen die Mitarbeiter das innerhalb der eigenen Gemeinde in kurzer Zeit. Auf Regionalität legt Maximilian Merkel Wert und wirbt damit auch auf dem Arbeitsmarkt. „Dass ein Unternehmen aus der Prignitz hier in der Umgebung einen Auftrag günstiger anbietet als er als ansässiges Unternehmen, ist für ihn unsinnig. „Die Leute fahren anderthalb Stunden zur Baustelle und dieselbe Zeit auch wieder zurück – das kann nicht wirtschaftlich sein. Die Materialpreise sind stark gestiegen, die Kosten für Strom, Sprit und Versicherungen sind es auch – das trifft alle Firmen. Am Ende funktioniert das Preisdumping also auf dem Rücken der Mitarbeiter. Das wollen wir hier nicht.“

Die Merkel-Tiefbau GmbH wurde 1993 von Baumaschinist Bernd Merkel gegründet. Sie ging aus der Firma Obst & Merkel hervor, die 1987 mit dem Bau von Trinkwasserleitungen begonnen hatte.